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Sicherheitstechnik 2026: Mit dem BHE zum ISO-27001-Zertifizierungsprogramm

Die Sicherheitstechnik-Branche steht 2026 vor einem Paradigmenwechsel. Errichter, Hersteller und Dienstleister für Zutrittskontrolle, Einbruchmeldetechnik, Videoüberwachung und Perimeterschutz schützen seit jeher die physische Sicherheit ihrer Kunden. Mit NIS-2, dem Cyber Resilience Act und den Lieferantenanforderungen großer Auftraggeber rückt nun ihre eigene Informationssicherheit in den Fokus. Als Mitglied im BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V. und in der Rolle des Cyber Evangelist arbeiten wir daran, die Branche auf diesen Wandel vorzubereiten – und bauen gemeinsam mit dem BHE ein ISO-27001-Zertifizierungsprogramm auf.

Warum Sicherheitstechnik jetzt Informationssicherheit braucht

Moderne Sicherheitstechnik ist vernetzt. Zutrittsleser hängen im Kundennetz, Videosysteme streamen in die Cloud, Fernwartungszugänge öffnen Türen im Wortsinn. Wer solche Systeme errichtet und betreut, ist aus Sicht von NIS-2 ein Lieferant mit Zugriff auf kritische Infrastruktur. Betroffene Kunden – Energieversorger, Logistiker, Industrieunternehmen, Krankenhäuser – müssen die Sicherheit ihrer Lieferkette nachweisen und geben diese Anforderung an ihre Errichter weiter. Der Nachweis, der dabei zunehmend verlangt wird, ist die Zertifizierung nach ISO 27001.

Hinzu kommt der Cyber Resilience Act, der Hersteller vernetzter Produkte zu Sicherheit über den gesamten Lebenszyklus verpflichtet. Errichter, die Produkte konfigurieren, warten und in Kundennetze integrieren, tragen einen Teil dieser Verantwortung mit.

Das Zertifizierungsprogramm mit dem BHE

Viele BHE-Mitgliedsunternehmen sind mittelständisch geprägt und verfügen nicht über eigene Informationssicherheitsabteilungen. Ein klassisches ISMS-Projekt, wie es Konzerne durchführen, ist für sie weder finanzierbar noch sinnvoll. Genau hier setzt das Programm an, das wir gemeinsam mit dem BHE und der Zertifizierungsstelle Quality Austria aufbauen: ein standardisierter, branchenspezifischer Weg zur ISO-27001-Zertifizierung, der die typischen Prozesse eines Errichters von Sicherheitstechnik bereits abbildet.

Das Programm umfasst ein auf die Branche zugeschnittenes Vorlagenpaket, Schulungen für Geschäftsführung und Mitarbeitende, ein vereinfachtes Risikomanagement und einen klaren Fahrplan bis zum Audit. Quality Austria als akkreditierte Zertifizierungsstelle stellt sicher, dass am Ende ein vollwertiges, international anerkanntes Zertifikat steht – kein Branchensiegel, sondern ISO 27001.

Impression aus dem Cyber Security Village von itsecuritycoach
Wissen weitergeben, Branche stärken: Als Cyber Evangelist im BHE bringen wir Informationssicherheit dorthin, wo physische Sicherheit zu Hause ist.

Die Blaupause: ITES GmbH als Pilot

Ein Programm ist nur so gut wie sein erster Durchlauf. Mit der ITES GmbH läuft derzeit die Blaupause für das Zertifizierungsprogramm – ein Pilotprojekt, in dem wir das Vorgehen, die Vorlagen und die Schulungen unter realen Bedingungen erproben. Die bisherigen Ergebnisse sind sehr vielversprechend: Das Vorlagenpaket passt zu den Prozessen eines Errichters, das Risikomanagement wird von den Fachkräften verstanden und getragen, und der Aufwand bleibt in einem Rahmen, den ein mittelständisches Unternehmen neben dem Tagesgeschäft leisten kann. Die Erfahrungen aus diesem Piloten fließen direkt in die finale Ausgestaltung des Programms ein.

Weitere Herausforderungen 2026

Neben der Zertifizierung sehen wir für die Branche drei weitere Themen, die 2026 prägen werden. Erstens die Fernwartung: Zugänge zu Kundensystemen müssen gesichert, protokolliert und regelmäßig überprüft werden – ein Klassiker in Audits und ein häufiges Einfallstor bei Angriffen. Zweitens die Produktsicherheit: Errichter müssen wissen, welche Sicherheitseigenschaften die von ihnen verbauten Komponenten haben und wie Updates verteilt werden. Drittens die Fachkräfte: Informationssicherheit lässt sich nicht allein durch Technik herstellen; Mitarbeitende müssen geschult und Verantwortlichkeiten geklärt sein.

Unser Beitrag als Cyber Evangelist

Als Cyber Evangelist im BHE sehen wir unsere Aufgabe darin, Informationssicherheit verständlich zu machen – in Vorträgen, Arbeitskreisen und im direkten Austausch mit Mitgliedsunternehmen. Die Botschaft ist einfach: Wer physische Sicherheit verkauft, muss digitale Sicherheit leben. Das Zertifizierungsprogramm mit dem BHE und Quality Austria gibt der Branche dafür einen gangbaren Weg. Interessierte BHE-Mitglieder können sich gern direkt bei uns melden.

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